Aus der Gemeindemitteilung vom 05.03.2026
Kapazitäts- und Funktionsgrenze der Schulanlage wiederum erreicht – Fortsetzung der Schulraumplanung
Kapazitäts- und Funktionsgrenze der Schulanlage wiederum erreicht – Fortsetzung der Schulraumplanung
Abgelehntes Erweiterungsprojekt «Dreiklang 2012 mit Mehrzwecksaal»
Im Rahmen der kantonalen Schulreform «Stärkung der Volksschule» erfolgten per Anfang August 2014 umfangreiche Änderungen im Schulwesen: Sechs anstatt fünf Jahre Primarschule und die damit in Eggenwil einhergegangene Umstrukturierung der Primarschule in drei 2-klassige Abteilungen anstatt einer 3- und 2-klassigen Abteilung, das Obligatorium des 2-jährigen Kindergartens als Teil der Volksschule für alle Kinder ab vollendetem vierten Altersjahr und die Senkung der maximal zulässigen Klassen- respektive Abteilungsgrössen auf 25 Kinder.
Deshalb und unter anderem wegen des damals ohnehin viel zu kleinen Kindergartens, der fehlenden Gruppenräume für die heutigen Lehr- und Lernformen sowie der ungeeigneten oder nicht vorhandenen Räume für die familien- und schulergänzenden Betreuungsangebote, insbesondere für den betreuten Mittagstisch, ergaben sich in der Schulanlage umfangreiche zusätzliche Raumbedürfnisse. Im Weiteren war und ist die Belegungskapazität der Turnhalle ausgeschöpft. Ausserdem wiesen vor allem das 1968 erbaute Schulhaus samt maroder Ölheizung, aber auch die 1978 errichtete Turnhalle Sanierungsbedarf auf.
Dementsprechend beantragten der Gemeinderat und die damals noch bestehende Schulpflege dem Souverän das Gesamtbauprojekt «Dreiklang: Erweiterung und Sanierung der Schul- und Mehrzweckanlage Eggenwil inkl. Gemeindesaal», mit welchem nebst den dringenden Renovationen auch sämtliche Raumbedürfnisse von Schule, Vereinen und Dorfgemeinschaft über die kommenden Jahrzehnte hinweg hätten abgedeckt werden sollen. An der Gemeindeversammlung im November 2012 und der Referendumsabstimmung im März 2013 lehnten indes die Stimmbürger den hierfür beantragten Verpflichtungskredit von 3,83 Mio. Franken, verbunden mit einer Steuerfusserhöhung um zehn Prozentpunkte, aus finanziellen Gründen ab.
2014/15 ausgeführtes redimensioniertes Erweiterungs- und Sanierungsprojekt 2013
In der Folge erarbeitete der Gemeinderat in Zusammenarbeit mit der Schulpflege, welche per Ende 2021 abgeschafft wurde, ein erheblich redimensioniertes Projekt, für welches die Gemeindeversammlung im November 2013 einen Verpflichtungskredit von 2,69 Mio. Franken bewilligte. Dies verbunden mit einer Erhöhung des Steuerfusses um vier Prozentpunkte. Dabei wurde insbesondere auf den in drei Räume unterteilbaren, polyvalent nutzbaren Mehrzwecksaal sowie das einstweilen als Reserve vorgesehene zusätzliche Klassenzimmer verzichtet. Für den Kindergarten erfolgte ein Anbau südwestlich des Schulhauses. Für den betreuten Mittagstisch wurde das Foyer der Mehrzweckhalle erweitert. Das Büro der Schulleitung verblieb im Gemeindehaus. Auch die Schulverwaltung ist bis heute in die Gemeindeverwaltung eingegliedert. Zur Gewährleistung der Mehrfachnutzungen von Gruppenräumen und Fachzimmern wurde die Stundenplanorganisation gestrafft. Der Baubeginn erfolgte im August 2014. Ende Oktober 2015 konnte die sanierte und erweiterte Schul- und Mehrzweckanlage eingeweiht werden. Die Abrechnung schloss mit einer Kreditunterschreitung um rund 90 000 Franken oder 3,4 Prozent.
Im Rahmen des bis heute laufenden Projekts «Schulraumplanung Eggenwil 2018+» getroffene Sofortmassnahmen
Auch seit der in den Jahren 2014/2015 realisierten Erweiterung und Sanierung der Schul- und Mehrzweckanlage beobachtet der Gemeinderat respektive die Schul- und Verwaltungsleitung die demografische Entwicklung aufmerksam und beurteilt den Handlungsbedarf kontinuierlich neu.
Wie die laufend aktualisierten Schülerzahlstatistiken und -prognosen zeigen, traf die Entwicklung wie erwartet ein. So prognostizierte der Gemeinderat im Herbst 2012, als die Schulraumerweiterung erstmals in jüngerer Zeit wieder auf der politischen Agenda stand, den Anstieg der Schülerzahl von damals 51 auf 72 im Schuljahr 2018/2019, was exakt eingetroffen war. Bis zum Schuljahr 2024/2025 rechnete die Gemeindebehörde sodann mit einem kontinuierlichen Anstieg bis auf rund 100 Kinder, die vom ersten Kindergarten bis zur sechsten Klasse den Unterricht in Eggenwil besuchen werden. Auch diese Prognose wurde von der Realität bestätigt.
Aufgrund der Berechnungen basierend auf der bisherigen Schulorganisation (vier altersgemischte, 2-klassige Abteilungen: 1./2. Kindergarten, 1./2. Klasse, 3./4. Klasse und 5./6. Klasse) und in Anbetracht der im kantonalen Schulgesetz vorgeschriebenen Klassen- beziehungsweise Abteilungsgrösse am Kindergarten und an der Primarschule von maximal 25 Kindern ergab sich nach einer kurzzeitigen Entspannung, dass mittelfristig zumindest ein zusätzliches Klassenzimmer benötigt wird.
Folglich wurde im Rahmen des nach wie vor laufenden Projekts «Schulraumplanung Eggenwil 2018+» erneut eine eingehende Raumanalyse mit Überprüfung der Nutzungs- und Belegungskonzepte vorgenommen und denkbare Lösungsoptionen erarbeitet. Im Vordergrund standen dabei der Umbau respektive die Umnutzung des Werkraums und allenfalls des Lehrerzimmers bei gleichzeitiger Schaffung von vertretbaren Ersatzlösungen, eine weitere zeitliche und räumliche Straffung der Stundenplanung – gegebenenfalls mit Ausweitung des Unterrichts auf den Freitagnachmittag, die Nutzung des Sitzungszimmers im Obergeschoss des Gemeindehauses als Übergangslösung und/oder die Planung eines Schulcontainers als Provisorium im Sinne vorbehaltener Entschlüsse.
Nachdem sich die Raumsituation weiter zugespitzt hatte, wurde nebst der Erarbeitung von weiteren Machbarkeitsstudien zur Erweiterung der Schulanlage als Notlösung nach dem 2019 vorsorglich erfolgten Umbau des Werkraums in ein Klassenzimmer das Technische Werken in die Zivilschutzanlage im Untergeschoss des Mehrzweckgebäudes verlegt. Ausserdem findet derzeit als Behelfslösung der Englisch- und Französischunterricht im hierzu umgestalteten grossen Sitzungszimmer im Obergeschoss des Gemeindehauses statt.
Kapazitäts- und Funktionsgrenze der Schulanlage wiederum erreicht
Wie die nachstehende aktuelle Schülerzahlprognose zeigt, ist bis zum Schuljahr 2027/2028 mit einem Anstieg von gegenwärtig insgesamt 96 auf 107 Kinder zu rechnen, die vom ersten Kindergarten bis zur sechsten Klasse den Unterricht in Eggenwil besuchen werden. Danach sinken laut dieser Kalkulation die Schülerzahlen bis zum Schuljahr 2031/2032 wieder auf 93 Kinder. Die blau markierten Zahlen entsprechen Annahmen. Die roten Werte weisen auf Überschreitungen der maximal zulässigen Klassengrössen respektive entsprechenden Handlungsbedarf hin; hier ist von der Schulleitung vorgesehen, während jeweils zwei Schuljahren eine 2-klassige Abteilung doppelt zu führen.

Bei vorstehender Berechnung ist allerdings zu beachten, dass dieses «extrapolierte Standbild» rein auf den effektiven Schülerzahlen respektive bei den noch nicht eingeschulten Kindern auf den aktuellen Daten der Einwohnerkontrolle basiert. Nicht berücksichtigt sind Zu- und Wegzüge respektive Neubauten.
Gegenwärtig befinden sich in der Gemeinde aber rund 40 Wohneinheiten im Bau. Ausserdem rechnet die Gemeindebehörde aufgrund des gültigen Bauzonenplans und des Stands der Erschliessung sowie in Anbetracht der bereits hohen baulichen Dichte, des seit Jahren kaum nennenswerten Leerwohnungsbestands und der ungebrochen hohen Nachfrage nach Wohnraum mit einem Anstieg der Bevölkerungszahl von heute 1070 auf 1300 im Jahr 2040. Kommt hinzu, dass zwar wie erwähnt die gesetzlich maximal erlaubte Klassengrösse bei 25 Kindern, jedoch der übliche Planungswert und auch die aus pädagogischer Sicht optimale Grösse bei 18 Schülerinnen und Schülern liegt.

Beizug des auf Schulraumplanungen spezialisierten Ingenieurbüros Landis AG
Aus den genannten Gründen hat der Gemeinderat anlässlich seiner letzten Sitzung vom 2. März 2026 gestützt auf den hierfür durch die Winter-Gemeindeversammlung 2025 genehmigten Budgetkredit und in Übereinstimmung mit den Submissionsvorschriften das Ingenieurbüro Landis AG, Geroldswil, mit der externen Verifizierung der Schüler- und Klassenprognosen, der Überprüfung des Schulrauminventars respektive der Nutzungs- und Belegungskonzepte, der Erarbeitung von Entwicklungsszenarien für die Tagesstrukturen, insbesondere bezüglich des ebenfalls ausgelasteten betreuten Mittagstischs, der Zustandsanalyse der Mehrzweckhalle, der Ermittlung der Raumdefizite und schliesslich der Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie in Varianten zum Pauschalhonorar von 30 000 Franken beauftragt. Die Ergebnisse werden in etwa vier bis fünf Monaten erwartet, worauf der Gemeinderat wiederum die erforderlichen Massnahmen beurteilen wird.
Auszug aus der Gemeindemitteilung vom 05.03.2026